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Jugendliche packen mit an

11.05.2017

Gemeinsamer Aufbau der neuen Skateranlage hinter der Kageneckhalle in Stegen / Gemeinde investiert 8000 Euro.

 

STEGEN. Alles begann mit einem Besuch von drei Jugendlichen bei Bürgermeisterin Fränzi Kleeb im Herbst vorigen Jahres. Ihr Anliegen: Die 30 bis 40 Jugendlichen der Stegener Skaterszene wollten wissen, ob auf einem Teil des Bolzplatzgeländes hinter der Kageneckhalle wie in anderen Gemeinden einige Ramps, also Rampen und Hindernisse, für Stunt Scooter, BMX-Räder und klassische Skateboards aufgestellt werden könnten. Sie wirkten wohl überzeugend, denn sie fanden bei der ersten Bürgerin ein offenes Ohr.

Mag sein, dass dabei auch mitgespielt hat, dass bisher das hippe Treiben auf den schnellen Rollen im öffentlichen Raum auf dem Dorfplatz, beim Rathauseingang und an der Bushaltestelle am Kolleg St. Sebastian stattfand – mit den latent lauernden Haftungsproblemen hinsichtlich einer Selbst- oder Fremdgefährdung. Und im Übrigen war sowieso geplant, die Jugendlichen stärker in die Entscheidungsprozesse über sie betreffende Fragen einzubeziehen.
 

Gemeinderat bejahte das Vorhaben einstimmig


Wie dem auch sei: Die Verwaltung, insbesondere Jugendreferent Stefan Pohl, verschaffte sich einen Kostenüberblick und holte Angebote ein und verglich sie. Schließlich fand der Wunsch der Jugendlichen Ende März 2017 den Weg auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Der Rat demonstrierte durch einstimmigen Beschluss ein offenes und verständnisvolles Ohr und bewilligte das Angebot der Firma Kaiserstuhl Ramps, für die Gesamtsumme von rund 8000 Euro insgesamt fünf Ramp-Elemente am vorgesehenen Ort aufzustellen.

Der Kasus eignete sich auch dafür, als Höhepunkt auf der bevorstehenden ersten Jugendkonferenz der Gemeinde behandelt zu werden. Überraschend schnell, nur einen starken Monat später, wurde das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt. Die Spezialisten von Kaiserstuhl Ramps rückten wohlausgerüstet mit Material und Equipment an und mit ihnen mehr als 20 Jugendliche aus der Stegener Skaterszene. Wie schon bei der großen Anlage beim Schulzentrum in Kirchzarten im vergangenen Jahr hatten die Kaiserstühler angeboten, die Jugendlichen beim Aufbau mitarbeiten zu lassen. Alsbald sägten, bohrten und schraubten die Jugendlichen mit Feuereifer unter Anleitung der Profis und dem allgegenwärtigen Stefan Pohl und bauten zunächst die Fundamente aus Holz zusammen. Bei der Oberflächenbeplankung mit Duroplastplatten musste sehr genau gearbeitet werden, und so mancher wackere Skater machte seine ersten Erfahrungen mit den Tücken eines Akkuschraubers oder lernte, wozu ein sogenannter Senker, ein Werkzeug zum Einschlagen von Nägeln, gut ist. Alles funktionierte bestens, auch der Regen lieferte lediglich seine Visitenkarte ab, und so sah man bald, was sich hinter den Bezeichnungen Rail, Rooftop, Curb, Bank und Quarterpipe verbarg.

Leider konnte der Berichterstatter aus Termingründen die Jungfernfahrten über die Ramps nicht miterleben, aber die werden die Skater mit derselben Begeisterung wie den Aufbau absolviert haben. Stegen ist nun durch ein gelungenes Projekt um eine Jugendattraktion reicher.

 

Foto: Dass sie selbst Hand anlegen durften beim Aufbau der Ramps, machte den Jugendlichen großen Spaß. Foto: Krieger